05.03.2025 14:00
Soli-Party für Sans-Papiers
Disco for the People verbindet Feiern mit sozialem Engagement
Am Freitag, 14. März, lädt Disco for the People zur vierten Soli-Party ins Palace ein. Der Benefizabend ist Teil der Aktionstage gegen Rassismus und sammelt Spenden für die Sans-Papiers Anlaufstelle. Mit Musik, Gesprächen und Spendenaktion setzt die Party ein Zeichen für soziale Gerechtigkeit und gelebte Solidarität.
Disco fürs Volk Feiern mit Haltung – das ist die Idee hinter Disco for the People (DFTP). Seit 2023 organisiert der Verein Soli-Partys, um humanitäre und soziale Projekte finanziell zu unterstützen, und gesellschaftlich relevante Themen auf die Agenda zu setzen. «Unsere Veranstaltungen sollen mehr sein, als reiner Konsum», sagt Giulio Iezzi, Vorstandsmitglied von DFTP. «Wir möchten Menschen zusammenbringen, Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten schaffen und Organisationen helfen, die sich für marginalisierte Gruppen einsetzen.» Nach Benefizveranstaltungen für das «Solihaus» und «Paréa» steht nun die Sans-Papiers Anlaufstelle im Fokus. Diese berät und unterstützt Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus, die in der Schweiz unter besonders schwierigen Bedingungen leben. «Sans-Papiers haben oft keinen Zugang zu grundlegenden Rechten wie Gesundheitsversorgung, Bildung oder fairer Arbeit», erklärt Iezzi. «Viele von ihnen leben in Unsicherheit, ohne Schutz vor Ausbeutung und sozialer Isolation.» Mit der Soli-Party, die Teil der Aktionstage gegen Rassismus ist, wolle man auf ihre Situation aufmerksam machen und Spenden für konkrete Hilfsangebote sammeln. «Wir setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung und für eine offene, inklusive Gesellschaft», betont Iezzi. «Musik kann Menschen verbinden, Brücken bauen und Diskussionen anregen – genau das wollen wir mit der Soli-Party erreichen.»
Talk, Tanz und Solidarität
Der Abend beginnt mit einem Input von Matthias Rickli, dem Leiter der Sans-Papiers Anlaufstelle St.Gallen. Er gibt Einblicke in die Lebensrealität von Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus und erläutert die Arbeit seiner Organisation. Anschliessend haben die Besuchenden in einer offenen Fragerunde die Möglichkeit, direkt mit ihm ins Gespräch zu kommen, bevor die DJs das Ruder übernehmen. Musikalisch erwartet das Publikum eine Mischung aus groovigem Disco-Sound der 70er- und 80er-Jahre, kombiniert mit modernen House-Elementen. «Die ursprüngliche Disco-Bewegung war ein sicherer Raum für marginalisierte Gruppen, insbesondere für People of Color und die LGBTQ+-Community», erklärt Iezzi. An den Informationsständen der Anlaufstelle und Disco for the People können sich Interessierte über die Arbeit der Organisationen informieren und durch Spenden oder den Kauf von Merchandise einen direkten Beitrag leisten. «Unsere Partys sollen nicht nur ein Bewusstsein für gesellschaftliche Themen schaffen, sondern auch eine konkrete Unterstützung ermöglichen», so Iezzi. «Jede Spende hilft dabei, Menschen in schwierigen Lebenslagen direkt zu unterstützen.»
Eine wachsende Bewegung
DFTP wurde von einer Gruppe engagierter Menschen gegründet, die Musik und soziales Engagement verbinden wollten. «Viele von uns arbeiten im sozialen Bereich und sehen täglich, wie wichtig Solidarität ist», sagt Iezzi. Neben ihm gehören unter anderem Jill Forster, Jan Lüchinger, Stéphane Günter, Taina Frischknecht, Daria Steiner, Carlo Revoli, Fabio Hauser und Ramon Raschle zum Team. Die Idee für den Verein entstand ursprünglich bei einem Festival für geflüchtete Menschen in Berlin. «Wir waren inspiriert von der Möglichkeit, Musik als Werkzeug für soziale Veränderungen einzusetzen», erzählt Iezzi. Das Konzept wurde in St.Gallen weiterentwickelt – mit dem Ziel, langfristig eine Bewegung für mehr Solidarität und soziale Gerechtigkeit zu etablieren. Neben der finanziellen Unterstützung für Nichtregierungsorganisationen verfolgt DFTP auch eine kulturelle Mission: Die Clubszene soll wieder inklusiver werden. «Viele elektronische Musikveranstaltungen sind heute kommerzialisiert und exkludierend», sagt Iezzi. «Wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich alle willkommen fühlen – unabhängig von Herkunft, Status, Geschlecht oder Identität.»
Mehr als nur eine Party
Für die Zukunft hat Disco for the People grosse Pläne. Die Soli-Partys sollen als fester Bestandteil der Ostschweizer Kulturszene etabliert werden. «Wir möchten, dass unsere Events nicht nur einmalige Spendenaktionen bleiben, sondern langfristig soziale und humanitäre Projekte unterstützen», so Iezzi. Langfristig soll das Konzept auch in andere Städte getragen werden. «Wir wollen ein Netzwerk aufbauen und Menschen inspirieren, ähnliche Veranstaltungen zu initiieren», erklärt Iezzi. «Unser Ziel ist es, eine Plattform für sozialen Austausch und gemeinsames Engagement zu schaffen.» Doch das Wichtigste für das Team von Disco for the People ist, dass die Gäste nicht nur mit guter Musik, sondern auch mit neuen Impulsen nach Hause gehen. «Wir möchten zeigen, dass Feiern und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können», betont Iezzi. «Jede Person kann einen Beitrag leisten – sei es durch Gespräche, durch persönliche und finanzielle Unterstützung sowie durch eigenes Engagement.»
Von Benjamin Schmid