Margit Müller ist optimistisch, dass das Projekt ein Erfolg wird. Im Hintergrund ist das potenzielle Baugebiet zu sehen. tr
15.09.2021 06:10
Hundwil: Ein Bauprojekt als Schritt in Richtung Zukunft
Im Gebiet Katzenbühl sollen neun Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Hundwiler Gemeindepräsidentin Margrit Müller-Schoch kennt die Hintergründe des Projekts. Die Einladung zum Mitwirkungsprozess liegt öffentlich auf und kann online genutzt werden.
Zukunftsprojekt Margrit Müller-Schoch ist seit 2011 Gemeindepräsidentin. Sie ist in Hundwil aufgewachsen, kennt die Dorfgeschichte. «Die letzten Überbauungen waren das Aeckerli und der Befang Zürchersmühle vor rund 30 Jahren», erinnert sie sich. An der Bedeutung des Projekts für das Dorf lässt sie deshalb keine Zweifel aufkommen: «Sie ist sehr gross.» Auf die Frage nach den Hintergründen für das Bauprojekt zählt sie mehrere Argumente auf. Initialzündung für das Projekt war jedoch die drohende Auszonung, denn die Fläche stand schon länger zur Verfügung und war immer wieder ein Thema. «In Hundwil haben wir stets gut zwischen landwirtschaftlicher Fläche und Bauland abgewogen. Am Ende muss beides möglich sein.»
Mehrere Fliegen mit einer Klappe
Aktuell habe die Gemeinde etwas weniger als 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Jetzt sollte es etwas über 1000 werden. Sie spricht von einem sanften Wachstum. «Damit könnten wir die Kostenlasten auf mehr Schultern in der Gemeinde verteilen und wir haben immer wieder junge Leute aus dem Dorf, die wegziehen müssen, weil sie keinen geeigneten Wohnraum finden. Diese Möglichkeit würden wir ihnen gerne bieten.» Der aktuelle Projektstatus lässt noch keine Schlüsse zu, ob dereinst Wohneigentum oder Mietwohnungen entstehen. Hätte Müller-Schoch die Wahl, würde sie sich eine Mischung wünschen. «Wohneigentum brächte eine Verbesserung des Steuersubstrates, Mietwohnungen wären ein Angebot an unsere jungen Leute.» Doch diese Entscheidung müsse der Investor treffen. Ein weiteres Ziel ist die Senkung des Steuerfusses. In keiner Ausserrhoder Gemeinde ist er so hoch wie in Hundwil.
Projekt bis 2022?
Verkehrsmässig erschlossen ist das Gebiet Katzenbühl vorwiegend über die bestehende Pfandstrasse und weil es eine Tiefgarage geben soll, sei nur noch der Einlenker von der Hauptstrasse und die Ausweichstelle ein Thema. An der Erschliessung sei die Gemeinde mitbeteiligt. Aktuell läuft das Mitwirkungsverfahren und erste Reaktionen gab es bereits. Es sei noch nicht allen klar, «dass Einfamilienhäuser kein Thema mehr sind, nachdem wir über das Raumplanungsgesetz abgestimmt haben». Alle müssten umdenken. «Es geht um einen sorgsamen Umgang mit unserem Boden», betont die Gemeindepräsidentin. Ihr Wunsch an das Projekt: Es solle zu Hundwil passen und das sei auch so vereinbart. Müller-Schoch hofft, dass ein solches Projekt bereits 2022 vorliegt. «Ich bin optimistisch. Wir wollen, dass es vorwärts geht und dann müssen wir als Gemeinde auch Hand bieten.»
Einladung zur Mitwirkung
Die bebaubare Fläche im Katzenbühl beträgt über 7700 Quadratmeter. Sie ist seit 2009 als Bauzone ausgewiesen. Die detaillierten Planunterlagen liegen bei der Gemeinde öffentlich auf und können auch online eingesehen werden (www.hundwil.ch/aktuelles/oeffentliche-mitwirkung). Die Frist läuft noch bis zum 20. September.
Thomas Riesen