Beim Prüfrückstand von Fahrzeugen ist der Kanton St. Gallen an der Spitze
Der Prüfrückstand bei den Fahrzeugen ist im Kanton St. Gallen massiv angestiegen. Beschränkt Mittel im Personalbereich tragen dazu bei.
Der Prüfrückstand bei den Fahrzeugen ist im Kanton St. Gallen massiv angestiegen. Beschränkt Mittel im Personalbereich tragen dazu bei.
Fahrzeugkontrolle Die Prüfrückstände liegen bei 26,7 Prozentdes Gesamtbestandes der Motorfahrzeuge. Der Kantonsrat hat die von der Regierung beantragtenfünf zusätzlichen Stellen von Verkehrsexperten nicht nur im Entlastungspaket 2026, sondern auch im Budget 2026 abgelehnt. Wie die Regierung dazu im neuesten Geschäftsbericht erklärt, entspricht es demnach dem politischen Willen des Kantonsrates, dass die Prüfrückstände in Kauf genommen werden.
Ende 2025 belief sich der Prüfrückstand auf 116 000 Fahrzeuge. Aufgrund der aktuellen Situation wird er pro Jahr um fünf bis acht Prozent ansteigen. Eine weitere Steigerung von Fahrzeugprüfungen mit den bestehenden personellen Ressourcen ist auch nach einer Effizienzanalyse einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nicht möglich. Die Prüfzeit wurde vor mehreren Jahren von 25 auf 20 Minuten reduziert. Zudem wurden autorisierte Garagen mit der Durchführung des Reparaturbestätigungsverfahrens beauftragt.
Mit diesem Rückstand dürfte der Kanton St. Gallen einen bitteren schweizerischen Negativ-Rekord erzielen. Dicht dahinter liegt Schaffhausen mit einem Rückstand von 25,2 Prozent. Aarau und Zürich haben mit 18 Prozent und Bern mit 15,2 Prozent ebenfalls hohe Rückstandsquoten, liegen aber deutlich tiefer als St. Gallen.
Neue Autos müssen gemäss Bundesvorgaben erstmals nach fünf, spätestens nach sechs Jahren geprüft werden. Die nächste Kontrolle ist dann nach drei Jahren und anschliessend alle zwei Jahre fällig. Wie das Bundesamt für Strassen (Astra) schreibt, liegt es in der Verantwortung der Fahrzeughalter beziehungsweise -lenker, dass die geltenden Normen betreffend Abgas und Lärm eingehalten werden.
Diese Selbstverantwortung wird offenbar gut wahrgenommen, denn laut Statistik ist lediglich ein Prozent der Unfälle auf technische Mängel oder mangelnden Unterhalt zurückzuführen. Allerdings kann sich die Auswirkung auf die Unfallstatistik erst mit Verzögerung zeigen. Dennoch erhöht das Astra den Druckauf die Kantone, bei den Prüfungen einen Zahn zuzulegen. Einen Mahnbrief erhielt auch der Kanton St. Gallen.
Wie beurteilt der TCS die Situation? «Die Prüfrückstände sind sicher negativ,» erklärt Marcel Aebischer,Präsident der TCS-Sektion St. Gallen – Appenzell Innerrhoden, auf Anfrage. Es könne aber davon ausgegangen werden, dass die meisten Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter ihre Autos regelmässig in den Service geben und allfällige Mängel entdeckt und repariert würden. Deshalb seien die technischen Mängel in der Unfallstatistik so tief. Auch in der Pannenstatistik der TCS-Patrouille seien die Hauptursachen die Starterbatterie und Schäden am Pneu, aber nicht Pneumängel. Es sei auf jeden Fall empfehlenswert, den Service regelmässig durchzuführen, sonst könnten technische Probleme unentdeckt bleiben und Schäden entstehen, die dem Halterteuer zu stehen kämen. Es bleibedeshalb zu hoffen, dass sich die Prüfrückstände nicht auf die Verkehrssicherheit auswirke. Kann der TCS mit seinen Kontrollzentren einen Beitrag zur Reduktion der Rückstände leisten? «Das ist so», erklärtAebischer. «Der TCS ist gerne bereit, die Anzahl der durchgeführten Prüfungen zu erhöhen. Dies ist grundsätzlich sofort möglich und wird von uns auch angestrebt.»
Von Franz Welte
Der Kanton SG kommt seinem gesetzlichen Auftrag nicht nach. Warum muss ich mich als Privatperson an die Gesetze halten, wenn der Kanton dies nicht macht. Zudem verdient der Kanton mit der Arbeit der Fahrzeugexperten bares Geld (ca. Fr. 10'000.-- pro Experte und Jahr). Dass auch der TCS damit etwas verdienen will, ist logisch.
Sepp Kofler antwortenBeim TCS würde ich Nie mehr ein Auto vorführen 🫵
Guido antworten
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