Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Christian Müller.
Die Voliere-Gesellschaft St.Gallen wird sich an der Hauptversammlung vom 3. Juli nach 146 Jahren auflösen. Damit wird nach dem Entscheid des Vorstandes auch der Betrieb liquidiert.
Vogelpark Gemäss Präsident und Betriebsleiter Christian Müller konnte definitiv keine Lösung für den Weiterbetrieb gefunden werden. Ein neuer Überraschungs-Coup mit Weiterführung ist wenig wahrscheinlich. Die Hauptgründe der Auflösung liegen bei den Auflagen der Stadt. Danach ist die Aussenanlage mit den freilebenden Tieren aufzuheben und der Vogelbestand auf zehn zu reduzieren. Zudem hätte die Gesellschaft neu die gesamten Kosten von Strom und Wasser übernehmen müssen und der städtische Jahresbeitrag von 40‘000 Franken wäre gestrichen worden. Damit ist es nicht mehr möglich, bei Betriebsausgaben von 130‘000 Franken kostendeckend zu arbeiten. Auch die Zäune mit den Toren müssten entfernt werden, sodass die Sicherheit der Tiere nachts nicht mehr gewährleistet wäre. Ein früherer Rettungsversuch führte zu keiner Dauerlösung, weil die Stadt zu keinen Kompromissen bereit war. Wie Stadtrat Markus Buschor früher bekanntgab, hätte für die Weiterführung ein Konzept vorhanden sein müssen, das die vorgesehene Investition von zwei Millionen zur Sanierung der Bauten rechtfertigt.
Für 84 Tiere musste ein neues Zuhause gesucht werden. Die Voliere Zug übernimmt die meisten Tiere, auch die Löffler. Die Nestweiher-Gesellschaft ist bereit, die Enten zu übernehmen. Die Gänse finden einen Platz im Tierwaisenhaus Oberglatt. Das Gesellschaftsvermögen wird diesen und weiteren Institutionen verteilt, die sich Vögeln annehmen.
Was mit den Gebäuden nun geschieht, ist nicht bekannt. Eine starke bauliche Veränderung oder ein Abbruch ist nicht möglich, weil sie unter Denkmalschutz stehen. Die Stadt will selbst keine Voliere betreiben. Ob ein Restaurant eingebaut werden könnte, ist fraglich. Ein neuer Verein könnte sich ohne Betriebsbeiträge kaum über Wasser halten. Robert Schmid, Ehrenpräsident des Naturschutz-Vereins St.Gallen, kann sich allerdings ein Begegnungszentrum mit Schulungsraum und wenigen Vögeln vorstellen. Gerade für Schulen wäre eine Voliere wichtig, weil sonst Vögel in unmittelbarer Nähe kaum mehr intensiv beobachtet werden können. Eine Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand wäre dann angebracht. Für Müller, der die Liquidation in Angriff genommen hat, ist das Ende der Voliere im Wissen um die grosse Beliebtheit der 1879 geschaffenen und 1938 erneuerten Anlage samt dem angegliederten Weiher eine traurige Angelegenheit, nachdem alle Rettungsbemühungen auch durch neue Vorstandsmitglieder fehlgeschlagen sind.
we
Wie traurig, dass eine so traditionsreiche Volière einem kommerziellen Vorhaben weichen muss und die Politik keinen Weg fand, den langjährigen Einsatz engagierter St. Gallerinnen und St. Gallern zu würdigen. Ob ein 0815- "urbanes" Konzept der Stadt St. Gallen den erhofften Umsatz bringt oder halt die nächste Drögeler-Szene"den Platz übernimmt, wird sich weisen.
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